Neben der Antwort des Christentums auf das Unzugängliche und Unverfügbare der Welt und des menschlichen Lebens gibt es in Form vieler verschiedener Religionen zum Teil ganz andere Antworten auf die Fragen des Daseins: Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und viele mehr sind hier zu nennen.
Trotz aller Unterschiede zwischen den Religionen gibt es auch grundlegende Gemeinsamkeiten, z.B. die Ablehung einer ideologisierten Gläubigkeit an "irdische Dinge" wie Technik, Wissenschaft, Geld, Macht, etc.. Christentum, Judentum und Islam haben darüberhinaus den Glauben an den einen Gott gemeinsam.
Bei den bereits oben behandelten Weisen, in denen Religionen gelebt und überliefert werden (Gebräuche, Feste, Lieder, Riten, Bilder und Kunstwerke, Gebäude, Mythen, Legenden, Lehren, Ämter, etc.), fällt auf, daß sich in zunehmendem Maße eine Reihe von Versatzstücken von Religion in Lebensbereichen finden, die nicht der Religion zugerechnet werden. Hierzu zählen die Verehrung von Fußballmannschaften, Popstars oder Jugendkulte wie z.B. die "Love-Parade" und vieles mehr. Die Menschen, die solche religiösen Versatzstücke "benutzen", wollen dabei von Religion oft gar nichts wissen oder meinen zumindest, nichts damit zu tun zu haben.
Die religiöse Dimension als menschliches Grundbedürfnis (siehe auch oben: "Wozu Religion ?") ist aber offenbar so elementar, daß sie in der ein oder anderen Form auch bei solchen Menschen durchbricht.

